Betrug unter dem Namen Trade Republic per SMS‑Spoofing – was Sie jetzt tun müssen
Sie haben eine SMS erhalten, die den Anschein erweckte, von Trade Republic zu stammen – und in Folge Geld an Betrüger überwiesen? Diese Seite gibt Ihnen alles, was Sie brauchen: Sofortmaßnahmen, kostenlose Musterbriefe zum Selbstverwenden und eine ehrliche rechtliche Einordnung.
⚠️ Wenn Sie gerade bemerkt haben, dass Sie betrogen wurden
Jede Minute zählt. Je schneller Sie handeln, desto größer die Chance, Ihr Geld zurückzuholen.
Trade Republic kontaktieren – Recall verlangen
Kontaktieren Sie Trade Republic und verlangen Sie ausdrücklich einen SEPA-Recall (Überweisungsrückruf). Verwenden Sie dieses Wort. Dokumentieren Sie Uhrzeit und Art der Kontaktaufnahme mit Screenshots. Wenn TR nicht erreichbar ist: Schreiben Sie parallel per E-Mail und In-App-Chat – und dokumentieren Sie die fehlende Erreichbarkeit. Das kann später rechtlich relevant werden.
Konto sperren lassen
Lassen Sie Ihr Trade-Republic-Konto sofort sperren. Die Trade-Republic-Notfall-Hotline ist 24/7 erreichbar unter +49 322 13232813. Parallel sollten Sie auch den In-App-Chat nutzen und eine E-Mail an den Support senden, um die Kontosperrung schriftlich zu dokumentieren.
Strafanzeige bei der Polizei
Erstatten Sie Strafanzeige – persönlich oder online. Verlangen Sie eine Bestätigung mit Aktenzeichen. Die Polizei kann über ihre Kanäle eine Kontosperre beim Empfängerinstitut veranlassen.
Alles dokumentieren
Sichern Sie Screenshots: SMS-Verlauf, Anrufliste, Überweisungsbestätigungen in der App, jede Kommunikation mit Trade Republic. Erstellen Sie ein Gedächtnisprotokoll mit genauer Zeitangabe – wann kam die SMS, wann haben Sie überwiesen, wann haben Sie den Betrug bemerkt, wann haben Sie TR kontaktiert.
Sie möchten selbst aktiv werden?
Wir stellen Ihnen kostenlos Musterbriefe zur Verfügung, mit denen Sie selbst gegen Trade Republic vorgehen können: ein DSGVO-Auskunftsersuchen, ein Recall-Reklamationsschreiben und ein Forderungsschreiben. Außerdem erklären wir transparent, in welchen Fällen ein Anwalt tatsächlich einen Unterschied macht – und in welchen nicht.
Musterbriefe & Selbsthilfe-Leitfaden →Wie diese Betrugsmasche funktioniert
Seit Anfang 2026 häufen sich Betrugsfälle, bei denen Täter das sogenannte SMS-Spoofing nutzen: Sie versenden gefälschte SMS unter dem Absendernamen von Trade Republic. Diese Nachrichten erscheinen im selben Chatverlauf wie echte Verifizierungs-SMS – das Smartphone kann die Fälschung nicht erkennen.
Die SMS warnt typischerweise vor einer angeblich angeforderten Auszahlung und enthält eine Telefonnummer. Wer dort anruft, erreicht Betrüger, die sich als Trade-Republic-Mitarbeiter ausgeben. Unter erheblichem psychologischem Druck werden Opfer dazu gebracht, ihr Guthaben auf ein angebliches „Sicherheitskonto" zu überweisen.
Die BaFin hat am 10. März 2026 ausdrücklich vor dieser Masche gewarnt. Die Bayerische Polizei hatte bereits am 20. Januar 2026 öffentlich vor einer Häufung von Fällen gewarnt – damals mit Schäden im hohen sechsstelligen Bereich allein in Mittelfranken.
Video: Unser Mandant Peter schildert, wie er 100.000 € an Betrüger verlor – und warum das jedem hätte passieren können.
Welche Ansprüche haben Betroffene?
Trade Republic hat in uns bekannten Fällen die Verantwortung mit dem Argument zurückgewiesen, die Kunden hätten die Überweisungen selbst ausgeführt. Doch die rechtliche Lage ist differenzierter. Es gibt mehrere Ansatzpunkte, die im Einzelfall geprüft werden sollten:
Fehlende Erreichbarkeit im Notfall
Trade Republic bietet nach den vorliegenden Informationen keine unmittelbare telefonische Erreichbarkeit für Betrugsfälle. Nach § 675m BGB muss ein Zahlungsdienstleister dem Kunden jederzeit die Möglichkeit geben, den Missbrauch eines Zahlungsinstruments zu melden. Wenn durch eine verzögerte Erreichbarkeit ein SEPA-Recall zu spät eingeleitet wird und das Geld deshalb nicht mehr zurückgeholt werden kann, liegt ein konkreter, kausaler Schaden vor.
SMS als strukturell unsicherer Kanal
Trade Republic hat Verifizierungscodes per SMS versendet und damit einen Vertrauensanker geschaffen, den die Betrüger ausnutzen konnten. Es gibt etablierte Gegenmaßnahmen – etwa die Registrierung der Sender-ID bei Mobilfunkanbietern oder den Wechsel auf Push-Notifications –, die nach bisherigem Kenntnisstand nicht umgesetzt wurden.
Fehlende oder verspätete Kundenwarnung
Die Betrugsmasche war nach den vorliegenden Informationen spätestens seit Januar 2026 bekannt – die Bayerische Polizei hat am 20.01.2026 öffentlich gewarnt, die BaFin folgte am 10. März 2026. Wenn Trade Republic in diesem Zeitraum bereits Kenntnis hatte und Kunden nicht proaktiv gewarnt oder keine ausreichenden technischen Schutzmaßnahmen ergriffen hat, kann darin eine Schutzpflichtverletzung liegen. Die zeitliche Abfolge lässt sich über das DSGVO-Auskunftsersuchen aufklären.
Fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung
Nach § 55 ZAG sind Zahlungsdienstleister zur starken Kundenauthentifizierung verpflichtet. Wenn zum Zeitpunkt des Betrugs keine 2FA vorhanden war, entfällt nach § 675v Abs. 4 BGB ein etwaiges Mitverschulden des Kunden vollständig.
Selbst vorgehen oder Anwalt beauftragen?
Nicht jeder Fall erfordert anwaltliche Hilfe. Hier unsere ehrliche Einschätzung:
Das können Sie selbst tun
- DSGVO-Auskunftsersuchen an Trade Republic senden
- Recall-Reklamation schreiben
- Eigenes Forderungsschreiben mit Fristsetzung
- Strafanzeige erstatten
- Beschwerde bei der BaFin einreichen
- Rechtsschutzversicherung kontaktieren
Hier kann ein Anwalt helfen
- Auswertung der DSGVO-Auskunft von TR
- Kausalitätsargumentation (Recall-Timing)
- TR lehnt Forderung ab, Klage wird erwogen
- Mehrere Anspruchsgegner (TR + Bank + Money Mule)
- Außergerichtliche Vergleichsverhandlung
- RSV verlangt anwaltliches Gutachten
Kostenlose Musterbriefe für alle Schritte, die Sie selbst unternehmen können, finden Sie in unserem Selbsthilfe-Leitfaden.
Was Betroffene wissen wollen
Wenn Sie Unterstützung brauchen
Wenn Sie nach Durchsicht der Materialien und Musterbriefe anwaltliche Unterstützung wünschen, erreichen Sie uns per E-Mail unter info@jun.legal. Bringen Sie idealerweise die Antworten von Trade Republic auf Ihr Auskunftsersuchen und Ihre Dokumentation mit – das ermöglicht uns eine fundierte Einschätzung.
JUN Legal GmbH · Rechtsanwaltsgesellschaft · Würzburg · Fachanwalt für IT-Recht
Stundensatz Privatpersonen: 190 € netto (226,10 € brutto)